Verfasst von: marengoesherts | Januar 22, 2009

Nachmittags, (fast) halb vier, in Parmiter’s

Hallihallo, ich mal wieder!

Eine weitere Woche Schule ist rum und bald muss ich mich von meinem heiszgeliebten freien Freitag verabschieden. Die GCSE-Kandidaten stehen schon Schlange…naja, zumindest nach ihren Pruefungen.

Eine wunderbare (?) Nachricht: Parmiter’s ist auf Platz neun der zehn erfolgreichsten Schulen in England, die Watford Grammar School for Boys ist auf Platz 2, die Watford Grammar School for Girls auf Platz 4. Ich bin anscheinend in einem verdammt klugen County gelandet! J Wie wird dieses “erfolgreich” festgelegt? Nun, soviel ich mittlerweile weisz wurden dazu die Noten saemtlicher Schueler in ihren GCSE Examen genommen und die Schulen mit dem hoechsten Anteil an Schuelern, die dort fuenf oder mehr Noten im Bereich 1 bis 3 hatten, wurden aufgenommen. MIt etwa 93% macht Parmiter’s dabei Platz neun aus und ist damit besser als manche Privatschule oder manches Gymnasium. So sehr ich mich freue, so muss ich doch auch sagen, dass ich das zwar “nett” finde (zumal die Schulen, an denen keine guten Ergebnisse erzielt werden, sich demnaechst auf Besuch einstellen koennen), ich aber nicht finde, dass das sehr repraesentativ ist. Ich mein, zwischen einer 1 und einer 3 liegt ja ein kleiner Unterschied – und es macht ebenso einen Unterschied ob ein Schueler fuenf Einser oder fuenf Dreier als Noten bekommt und egal wie, er wuerde in diese “erfolgreich” Kategorie fallen. Ein bisschen Schoenmalerei oder?

Gestern hatte ich einen netten Nachmittag mit Allan, meinem Nachhilfesenior. Wir haben uns dann ueber Stereotype unterschiedlicher Kulturen (die Deutschen sind immer puenktlich, die Englaender lieben nichts mehr als in der Schlange zu stehen usw usf) unterhalten und wie schwer es doch ist, Kulturen zu beschreiben oder ueber sie zu sprechen, ohne in Stereotype zu verfallen.

Wo wir gerad bei Stereotypen sind: “Barry” Obama wurde endlich als Praesident der Vereinigten Staaten vereidigt! Eine riesen Sache hier, Claire und ich haben abends beide die Zusammenfassung geguckt und ich muss sagen, die Bilder erinnerten Eindeutig an Kennedy!!! Ich glaub der Mann hat durch die ganze Euphorie noch nicht bemerkt, wieviel Hoffnung auf seinen Schultern ruht! Ich wuensche ihm jedoch nur alles erdenklich Gute und hoffe, dass die Menschen wissen, das ser den ganzen Mist, dem ihm die Bush-Regierung hinterlassen hat, nicht auf einmal wegzaubern kann. (Uih, ich glaub ich ziehe mir mit dieser Aussage den Zorn des amerikanischen Teils meiner Familie zu…egal…sollen sie herkommen und sich beschweren! Dann koennen sie gerne mit mir ueber McCain und Sarah Palin diskutieren – ich liieeebe Diskussionen!!! Und ich gewinne immer! *fg*) Ich habe vor einigen Tagen einen Artikel ueber die “Midnight Resolutions” gelesen, das sind Erlaesse, die “noch mal eben schnell” unter der vorhergehenden Regierung durchgeschoben werden, um es dem naechsten Praesidenten moeglichst schwer zu machen…anscheinend mittlerweile eine liebgewordene Tradition! …Jungs…koennt ihr euch die Buddelfoermchen nicht teilen???? Naja, jedenfalls sollen da so nette Sachen bei sein wie Oelfoerderung in Texas und Clean Air Act (das ist der britische Begriff dafuer, weisz nicht mehr, was genau in dem Artikel stand), bzw. Wie man den europaeischen Bestrebungen, den Planeten wenigstens einigermaszen erhalten kann, widersteht…vielleicht poste ich den Link zu diesem Artikel noch, dann koennt ihr euch ein eigenes Bild machen – ich fand es jedoch mehr als traurig!!!

Am 13.3. ist Red Nose Day (oder auch Comic Relief), der hier sehr grosz gefeiert wird (obwohl es hier KEIN Pro 7 gibt!). Dieses Jahr gibt es eine “Slave Auction” (wir gruebeln derweil noch ueber einen politisch korrekteren Namen, da viele Eltern diese Bezeichnung als sehr anstoessig empfinden) und einen “Strictly Come Dancing”-Contest vom Kollegium fuer die Schueler… das wird ja sooooo ein Spasz!!! “Strictly Come Dancing” ist der englische Name fuer diese Tanzshow mit den Prominenten, die wir in Deutschland auch haben und die von Hape Kerkeling moderiert wird. Im Endeffekt bedeutet das, dass sich Paerchen im Kollegium zusammen tun und fuer die Schueler diese Show veranstalten und die Schueler dabei Jury spielen. Auszerdem erstellt das Kollegium eine Kalender, in welchem sich die verschiedenen Fachgebiete etwas lustiges einfallen lassen, den die Schueler dann erwerben koennen, wobei der Erloes eben an den Red Nose Day geht. Ich bin schon sehr gespannt, wie das alles laufen wird. Auf jeden Fall hab ich mich zur Mitorganisatorin bereiterklaert. Und Jan ist ja an diesem Freitag auch noch da, also bin ich gleich doppelt gespannt – wie er die Schule findet und wie die Veranstaltung ankommt.

Man, ich werde so viele Erfahrungen aus dieser Zeit mitnehmen, das ist unglaublich. Diese Schule ist so aktiv, so up-to-date, die Lehrer so offen, dass es einfach nur Spasz macht, hier zu sein. Das Sprachenzentrum ist gerad dabei eine ganze Ladung an MP3-Playern zu bestellen, da hier, anders als bei uns (zumindest in der Schule, in der Uni ist es genauso wie hier) nicht immer nur geschrieben, geschrieben und geschrieben (und vorher die Aufgabenstellung gelesen) wird, sondern es auch genauso um Hoerverstaendnis und freies Sprechen geht (was unsere Schulen ja lediglich auf die muendliche Mitarbeit im Unterricht beziehen!). Jedenfalls nehmen die Lehrer so immer wieder neue Texte auf, packen sie auf den MP3 Player und haendigen sie anschlieszend den Schuelern aus, welche dann damit ihre Hoerverstaendnis-Pruefung absolvieren. Ich finde das klasse. Hoerverstaendnis haben wir so gut wie nie in der Schule gemacht und wenn, dann hatten wir unser Textbuch vor uns liegen und konnten gleichzeitig lesen. Und ueberhaupt dieser ganze Fortschritt hier, wie selbstverstaendlich Computer in den Unterricht integriert sind, mit welcher Sorgfalt Schueler ihre Aufgaben erledigen und sich wirklich in ihren Freistunden in die Bibliothek setzen um an Projekten zu arbeiten – einfach toll!!!

Ich habe gestern einen neuen Begriff gelernt, der mich doch ziemlich in Erstaunen versetzt hat, weil er ziemlich deutsch ist (ich nehme stark an Yiddish), bei uns allerdings eine leicht andere Bedeutung hat. Schon mal was von “schmoosing” (oder schmoozing) gehoert??? Mag mal wer raten? :-)

Disclaimer: Da das hier MEIN Blog ist, spiegelt dieser meine eigenen, ganz persoenlichen politischen Ansichten wieder, gegruendet auf das, was ich weisz und woran ich glaube. Ich schreibe niemandem vor, was er oder sie zu glauben, geschweige denn zu waehlen, hat und versuche auch niemandem, meine Ueberzeugung aufzudruecken! Sollte sich jemand angegriffen oder beleidigt fuehlen, kann er oder sie sich gerne – auf ruhige und freundliche Art – melden!

Verfasst von: marengoesherts | Januar 16, 2009

Carinas Abschied

Verfasst von: marengoesherts | Januar 16, 2009

Spaß haben im Harlequin

Verfasst von: marengoesherts | Januar 16, 2009

Mock Exams

Hallo liebe Leute in der Heimat!

Ja, mich gibt es noch – auch wenn es in den letzten Wochen sehr ruhig um mich geworden ist. Die Zait zu Hause war schön, aber anstrengender als geplant und im Endeeffekt habe ich gerade mal die Hälfte aller Leute gesehen, die ich eigentlich gerne sehen wollte. An die andere Hälfte daher eine herzliche Entschuldigung und ein großes SORRY!!! In weniger als einem Monat bin ich wieder da, dann wirds hoffentlich besser.

Die Zeit in England neigt sich deutlich einem Ende zu und das merkt man auch in der Schule. Derzeit finden die „Mock Exams“ statt (Übungsarbeiten sozusagen) und jeder in der Schule ist gestresst – inklusive mir, weil kein Tag vergeht, an dem ich nicht wie blöd mit einem meiner Schüler im Schlepptau durch die Schule renne, um einen freien Raum zu suchen. Ständig muss man leise sein (Oh nein!!!) oder irgendwelche Umwege gehen, weil ganze Räume (unter anderem die Aula oder Bibliothek) aufgrund dieser Mock Exams gesperrt sind. Ende Januar sollte aber erst mal alles vorbei sein, bis dann im März die richtigen Prüfungen beginnen.eine Schüler sind mit ihren mündlichen Prüfungen allerdings erst im Mai dran.

Ich wurde die letzte Woche gebeten, mich auch noch um die GCSE-Schüler zu kümmern, also um die 11. Kässler, was leider heißt, dass ich nicht SO früh zu Hause sein werde, wie ursprünglich gehofft. Aber etwas definitives ist noch nicht raus. Ich habe mic auch bereiterklärt, meinen freien Freitag aufzugeben, um mit den GSCE-Kandidaten zu arbeiten – das sind ja selbstverständlich mehr als in der 12. oder 13. Klasse. Da geht dann zwar mein schöner Shopping-Tag bei rauf – aber es gibt mehr Geld. Der Wechselkurs von Euro und Pfund erholt sich auch langsam, was heißt, dass ich hoffentlich bald wieder etwas Geld von meinem englischen Konto zurück auf mein deutsches überweisen kann, ohne enorme Verluste hinnehmen zu müssen.

Schule macht weiterhin Spaß – es gibt nicht viel zu berichten, nur, dass man mit der Zeit wirklich ein Gespür für Schüler entwickelt, die wirklich arbeiten wollen und andere, die einfach um keine Ausrede verlegen sind. Aber da bin ich ja nicht die einzige und die Tage, an denen ich mit Neil, Frances, Christelle oder Sarah zur oder von der Schule nach Hause fahre, zeigen das ganz deutlich. ^^ Ich hoffe nur, das meine Lehrer früher doch auch etwas netter von mir gesprochen haben – was hier durchaus vorkommt. Eigentlich sogar mehr als die negative Entsprechung. Außerdem werde ich später an meiner Schule einges an Änderungen vorschlagen, wie zB Strafarbeiten – auch wenn das von meiner Zeit abgeht. Hat man in Parmiter’s vier Ermahnungen (oder kleine „Detentions“), gibt es eine „full school detention“, die so aussieht, dass man einen Samstag in der Schule sein muss – was man da dann machen muss, hängt von der Art der Ermahnungen ab. Es gibt aber auch Schulverweise, die in schöner Regelmäßigkeit ausgesprochen werden. In Deutschland würden einem die Etern dafür vermutlich einen Vogel zeigen – wenn sie denn überhaupt reagieren.

Ansonsten hab ich jetzt einen neuen Nachhilfeschüler. Sein Name ist Allan und er braucht einen Deutsch-Crashkurs, da er im Februar auf eine große Geburtstagsfeier in Göttingen eingeladen ist. Allan ist Rentner und hatte früher mal Deutsch in der Schule! :-) Und so hab ich mittlerweile meinen ersten Einblick in die Erwachsenenbildung erhalten…

Okay, soviel vorerst – ich habe (wie schon weitaus früher angekündigt) noch immer ein paar Bilder, um die ich mich dann im Anschluss gleich mal kümmern werde! Viel Spaß! :-)

Verfasst von: marengoesherts | Dezember 16, 2008

Zweimal werden wir noch wach…

So, Weihnachtsendspurt! Die Geschenke sind gekauft, mein kleiner Koffer ist da und wartet nur darauf gepackt zu warden, eingecheckt hab ich auch schon und in der Hall (ich bin naemlich gerade mal wieder in der Schule, wie so oft), ueben sie gerade fuer das Christmas Carol Konzert heute Abend. Da werd selbst ich langsam weihnachtlich! J

Gestern hatten wir den House Dance Contest hier in der Schule. Ja, hier gibt es verschiedenen Haeuser (also House wie das Haus und nicht die Musikrichtung … wenn man das ueberhaupt so bezeichnen kann!!!), wie bei Harry Potter in Hogwarts. Allerdings haben wir sogar sechs, nciht nur vier. Dazu gibt es die House Captains, den Head of Year und die Prefects (~ Vertrauensschueler). Irgendwie schon toll, in einer doch eher traditionellen Schule zu sein. Weihnachten ist hier auch deutlich anders. Die Schueler gebn Geschenke, backen Kuchen, um sich beim Staff zu bedanken usw. Wenn man das in Deutschland amchen wurde, waere man nur als Streber verschrien. Aber Lehrer sind echt verfressen – so n risen Kuchen, Muffins und Scottish Toffee und dazu noch zwei Dosen Quality Street – das reicht fuer einen Tag. J Verfressenes Kollegium… aber wahrscheinlich nicht anders als bei uns zuhause!

Naja, be idem Dance Contest gab es jedenfalls zur Ueberbrueckung ein wenig Musik und ein Zehntklaessler, mit einer absolut voll ausgereiften tiefen Tenorstimme, gab “Home” (von Westlife oder Michael Buble) zum besten. Wunderschoen – und hat mir in dem Moment aus der Seele gesprochen.

 

 

Another aeroplane
Another sunny place
I’m lucky, I know
But I wanna go home
Mmmm, I’ve got to go home

Let me go home
I’m just too far

from where you are
I wanna come home

 

 

Nur ein kleiner Ausschnitt, denn eigentlich muss ich ja zugeben, be idem Lied mehr an Jan gedacht zu haben, was ja nicht heiszt, das ich nicht mein komplettes Leben vermisse, in dem ja wesentlich mehr Leute etwas zu melden haben, als nur einer. J

 

Nun ja, dieser Tag ist also auch bald vorbei und morgen fahre ich anch der Schule gleich mit Toni nach London, wo wir uns dann ein wenig spaeter wieder mit einigen anderen Lehrern treffen und in das Musical “Wicked” gehen. Und das ganze nur fuer 15£. Kein schlechter Deal oder? Ich freu mich jedenfalls, auch wenn das heiszt, das ich heute vorerst meinen letzten Abend mit Claire verbringe, die ich wirklich total lieb gewonnen habe und so froh bin, noch einmal umgezogen zu sein. Auszerdem besteht der heutige Abend dann noch aus Packen und Aufraeumen und noch einmal waschen, damit ich nicht nur dreckige Klamotten hab, wenn ich wieder komme.

 

Letztes Wochenende hab ich es etwas ruhiger angehen lassen, da ich mich auch nicht soo gut gefuehlt habe. Ein Nachteil daran, ineiner Schule zu arbeiten, ist, dass man sehr oft mit kranken Menschen in Beruehrung kommt, und hier schnell etwas grassiert, wie halt im Moment. Am Samstag war ich ncoh einmal aus, mit Carina, Anna und Nora, welche noch eine Freundin dabei hatte. Es war sehr schoen, allerdings habe ich gemerkt, dass mich Maenner echt nerven, wenn ich einfach nur mit Freundinnen Spasz haben will – merken die denn nicht wann die fehl am Platz sind??? Oder wenn man einfach nichts von denen will??? Oder sie einfach nur nerven??? Naja, jedenfalls hat mir das, neben einigen anderen Sachen, auf die jetzt lieber nicht naeher eingehen will, den Abend ziemlich ruiniert, was ich sehr schade fand, da es ja mein letzter Abend mit Carina war. Sie kommt ja nach Weihnachten nicht mehr zurueck nach England, hoechstens noch einmal zu Besuch. Einige Bilder von dem Abend werden folgen, und zudem noch einige, die schon etwas aelter sind, ich euch aber nicht vorenthalten will. *g*

 

Ja, meine komische Kamera hat sich wieder dafuer entschieden, zu funktionieren, aber wer weisz, wie lange. Ich nehm sie trotzdem mit nach Hause, falls das noch einmal passiert.

 

Meine Schueler haben das letzte Wochenende in Hamburg verbracht. Einer hat mich sogar gefragt, ob er mir etwas mitbringen soll, das ich sehr doll vermisse, aber ich hab ihm dann gesagt, dass ich knapp eine Woche spaeter ja auch nach Hause fliege. Ist ein netter Junge, seine Mutter ist Deutschlehrerin und so wie ich mich als anglophil bezeichne (schoooeeener Uni-Terminus oder???), bezeichnet er sich als germanophil (also einerseits alles englische liebend, andererseits alles deutsche liebend). Er meint, er kaeme mit den Deutschen und der deutschen Kultur besser klar, als mit der englischen, auch seine Mutter habe ihn eher deutsch als englisch erzogen. Wie genau sich das beweiset, ist mir allerdings noch unklar. Ich kenne seine Mutter nicht, aber ich glaube, ich wuerde sie gerne mal kennen lernen. J

 

Mein Mentor Robert hat mich letztes Wochenende mit in die Kirche genommen, die als Thema die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens hatten. Es war echt toll und so total anders, als unsere Gottesdienste. Nun ist Zehlendorf ja vielleicht sowieso etwas traditionsbewusster, was das angeht und die Deutschen auch nicht so offen fuer Veraenderung, wie sie es manchmal sein sollten (jedenfalls was das Schulwesen angeht!), aber von dem Gottesdienst konnten sie sich echt etwas abgucken. Eine sehr moderne Kirche, mit allerlei Technologie, sehr jugendorganisiert, junge Pastoren, moderne Musik und das Live, keine Orgel oder so. Es war einfach mal eine absolute andere Erfahrung, wobei es auch Situationen gab, in denen ich mich etwas unwohl gefuehlt habe, wie die erhobenen Haende einiger Gemeindemitglieder, die mich doch mehr an eine Sekte erinnerten oder das Fluestern zu Jesus um mich herum. Abgesehen davon, hat es mir aber einfach nur richtig Spasz gemacht und einen doch deutlicher mitgerissen. Zudem wurde ebe nicht nur nach der Bibel gegangen, sondern viel aktuellere Themen behandelt, wie die zeruetteten Familien, von denen es heutzutage immer mehr gibt (das das Waisenkind ein wiederkehrendes Motiv in den Romanen Dickens’ ist, zB Oliver Twist, David Copperfield oder eben auch Scrooge aus A Chrsitmas Carol) und wie sich das auf die Jugendlichen auswirkt. London wurde in diesem Jahr von einem groszen Verbrechen heimgesucht, dem sogenannten Knife Crime, also Messer Verbrechen. Es wurden dieses Jahr mehr Jugendliche durch Messer umgebracht, als in jedem anderen Jahr und die Polizei und die Politiker sind machtlos. Was jetzt in die Wege geleitet wurde, sind Gespraeche mit den Jugendlichen aus den sozialen Brennpunkten, um ihre Stimme zu hoeren, zu sehen, was ihnen fehlt, was man verbessern muss.

 

Einige von euch erinnern sich vielleicht auch noch an das grosze Feuer in der Naehe von London vor einigen Jahren (2006?), wo der Tanker eines Oeldepots (oder so aehnlich) explodiert ist und es riesen Panik gab, ob auch noch die anderen Tanker explodieren wuerden, weil das verheerende uaswirkungen fuer ganz England haette. Falls es bei euch klingelt – das war in Hemel Hempstead, der Stadt, inder ich jetzte lebe. Es war letztens noch einmal in den Nachrichten und mir wurde erklaert, dass man die Explosion und ihre Auswirkungen bis an den Rand von London (also Watford, dort wo meine Schule ist) gehoert und gespuert hat. Tueren sprangen auf, Fenster gingen kaput und wer weisz was noch alles.

 

Es gibt bestimmt noch viel mehr Sachen, die ich eigentlich erzaehlen wollte, aber die mir momentan nicht einfallen, aber ich denke mal, ihr habt uach so genug zu lesen. Das naechste Mal schreib ich wahrscheinlich von Deutschland aus… *juchuu*

Verfasst von: marengoesherts | Dezember 8, 2008

Meine Eltern, Kreisverkehre, das Wetter und andere Katastrophen

Ich weisz, ich weisz, Asche auf mein Haupt. Ich habe mich sehr lange nicht gemeldet, aber es gab auch verdammt viel zu tun. Wie bereits angekuendigt (ich sitze am Schul-PC und kann daher heute weder mit Umlauten, noch mit einem sz dienen) waren meine Eltern letztes Wochenende da (mit Auto, was sie gewiss NIE wieder tun werden!) und ich war so ziemlich rund um die Uhr beschaeftigt damit, ihnen klar zu amchen, das England nicht ganz so schlimm ist, wie sie es momentan sehen. Im Endeffekt gaben sie mir dann dahingehend recht, dass zumindest die Englaender ein sehr nettes und hoefliches Voelkchen seien, das englische Wetter aber und besonders diese verdammte Angewohnheit auf der linken Seite zu fahren, nicht wirklich ihrem Geschmack entsprach. Immerhin spricht mein lieber Herr Papa jetzt einen Satz mehr Englisch, als vor seiner Anreise hier: “Look right!” Und damit habe ich meinen Soll dann wohl auch erfuellt – oder vielmehr London, da es als Touristenstadt hier an jeder Ampel steht, dass man nicht, wie gewohnt, in die gleiche Richtung schauen kann, wie zuhause, sondern eben in die jeweils angepriesene. Nun ja, am Donnerstag nachdem meine Eltern hier waren, fuehrte ich sie nach Watford und mein Papa schlug sich tapfer durch den englischen Kleinstadtverkehr, allerdings nicht ohne regelmaessig zu bemerken, wie sehr ihm die Kreisverkehre auf die Nerven gingen – und es gibt hier wirklich viele. Allerdings nicht so kleine suesse, wie bei uns zuhause, nein, die Dinger sind riesig und es gibt nicht nur eine Strasse die hinein fuehrt, sondern zwei oder drei. Das war fuer mich anfangs auch sehr gewoehnungsbeduerftig, mittlerweile geht es aber. Nun ja, es klappte jedoch alles sehr gut, nicht zu letzte aufgrund der Zurufe meiner Mutter und mir, die ungefaehr “Thomas, du bist schon wieder zu weit links!” lauteten und uns (meistens) vor schlimmeren bewahrten. Der Tag in Watford war jedoch sehr angenehm, was wir allerdings nicht ahnten war, dass es auch der einzige Tag mit schoenem Wetter war. Am Freitag ging es nach London, Mama wollte gern zu Harrods und Papa musste, ueberschaeumend vor Begeisterung, mit. Nachdem wir etwa zwei Stunden da durchgelaufen waren, viel zu viel fuer einen Kaffee und Scone bezahlt hatten, gingen wir in die mittlerweile absoult ueberfuellte Foodhall (Vorher hatten wir uns noch fuer laengere Zeit bei den Tiersachen aufgehalten und wissen jetzt definitiv, wo Paris Hilton die Klamotten fuer ihre Schoszratte kauft!!!) und kauften dort den obligatorsichen Harrods-Tee. Leider schuettete es an diesem Tag aus Eimern (schon auf dem Weg von der Station zu Harrods hatte das begonnen), weshalb wir den naechsten Bus Richtung Piccadilly nahmen, um uns dort in den 15er zu setzen, mit dem man so ziemlich an all den schoenen Attraktionen in London vorbeikommt. Eigentlich nur, weil wir nach einer Toilette suchten, stiessen wir auf ein nettes kleines Lokal, mit fuer London SEHR moderaten Preisen, und beschlossen kurzfrisstig, uns dort zum Lunch nieder zu lassen. War wirklich sehr lecker und direkt am Piccadilly. Danach machten wir uns auch zum 15er und ich glaub meinen Eltern wurde ein klein wenig schlecht, aufgrund des Fahrstils des Busfahrers. Am Tower stiegen wir aus und liefen ueber die Tower Bridge rueber auf die andere Seite der Themse. Mittlerweile war es schon sehr dunkel geworden und eine Seite der Tower Bridge erinnerst derzeit zudem auch sehr stark an den verhuellten Reichstag, aber trotzdem ist diese Bruecke und der Tower gleich daneben immer wieder umwerfend. Auch wenn ich die letzten vier Wochen jedes Wochenende in dieser Stadt war, ich liebe London! Es begeistert und ueberrascht mich immer wieder. Wir gingen dann auf der anderen Seite der Themse zurueck und leider began der Regen in diesem Moment wieder. Dieser englische Regen, der dich einfach nur froesteln laesst, egal wie gut du dich dagegen wappnest. Vorbei an der HMS Belfast (dem letzten vollstendigen Kriegsschiff der englischen Marine), machten wir uns auf den Weg zur London Bridge, wor wir uns dann in die U-Bahn setzten und uns auf den Weg zurueck nach London Euston machten um dort den endgueltigen Zug nach hause zu nehmen.

Am Samstag wollten mir meine Eltern einen Gefallen tun…das ging jedoch leider gruendlich schief. Eigentlich haette man es schon beim Fruehstueck ahnen muessen. Sowas mieses hab ich selten erlebt. Es war das Fruehstueck des Hotels, in dem meine Eltern schliefen und sie hatten mir schon am Freitag erzaehlt, dass es lange nicht so toll war, wie es angepriesen wurde. Jedenfalls war das Angebot duerftig, viel schlimmer aber waren jedoch die hygienischen Bedingungen. Kaffee-, Tee- und Michbehaelter sahen aus, als wuerden sie seit einer Woche nur immer weider neu aufgefuellt, nicht aber jedoch mal vernuenftig gewaschen. Geschirr war Mangelware. Es gab keine Butter (was fuer mich persoenlich weniger ein Problem darstellt) und es wurde auch nichts neu nachgelegt. Als wir den kellner darauf aufmerksam machten, das Brot fehlte (nachdem ein anderer Gast bereits von selbst an die Theke der Kueche gegangen war, um nachzulegen), brachte er uns gefrorenens Brot! Gott sei Dank taute das im Toaster schnell auf. Naja, und dann…dann kam Bath!

Bath ist eine der aeltesten Staedte hier in England, gegruendet von den Roemern und beruehmt fuer seine heissen Quellen. Jane Austen (Autorin von Prider & Prejudice oder zu deutsch: Stolz und Vorurteil) hat fuer laengere Zeit dort gelebt und es gibt ihr zu Ehren dort ein Museum. Ich wollte sehr gern in diese Stadt, wegen der Baeder, der Architektur (Half-Moon Crescent), den viel geruehmten Tea-Rooms und natuerlich nicht zuletzt wegen Jane Austen, die fuer mich eine der bedeutendsten Schriftstellerin Englands ist. Letztendlich war jedoch alles, was ich in Bath sah, das mit ihr zu tun hatte, die kleine Figur im blauen Kleid vor dem Museum. Nach zwei Stunden Autobahnfahrt und noch mal einer Stunde anstehen im Autokorso um ueberhaupt nach Bath reinzukommen, gab es in dieser ganzen verdammten Stadt keinen einzigen freien Parkplatz mehr. So kurvte ich mit meinen Eltern, die Stimmung mittlerweile auf dem Nullpunkt angekommen, also noch einmal fuer anderthalb Stunden in Bath herum, die leider erfolglos blieben, woraufhin wir dann gefrustet beschlossen, wieder nach hause zu fahren. Einziger kleiner Lichtblick an diesem doch sehr vermurksten Tag war ein kleiner suesser Weihnachtsmarkt in Kings Langley und ein leckeres indisches Abendessen.

Am Sonntag dann schliesslich regnete es mal wieder, weshalb ich es meinen Eltern nicht antun wollte, wie eigentlich geplant nach Hemel und St Albans zu fahren, um sich diese Staedte etwas genauer anzusehen, sondern noch einmal nach Watford um dort im Schutz des Harlequin Einkaufszentrums noch einige kleine Weihnachtsgeschenke zu erstehen. Der Tag ging sehr schnell rum, denn gegen sechs sollten meine Eltern auch wieder nach Hause fliegen. Die Verabschiedung am Flughafen ging sehr schnell, denn schliesslich sollte es ja keine drei Wochen mehr dauern, bis ich auch wieder nach Hause kommen sollte – wenn auch erst mal nur vorlaeufig…und wahrscheinlich brauchten auch beide Seiten diese Zeit um sich von diesen doch sehr anstrengenden vier Tagen wieder zu erholen! :-D

 

Seitdem ist sehr viel mehr passiert. Ich habe eine Serie von Buechern begonnen zu lesen; die Twilight-Saga von Stephenie Meyer. Sehr gute Buecher, sehr detailreich und schoen geschrieben. Wie bin ich darauf gekommen? Ich habe mit meinen Schuelern Alltagskoversation gemacht und sie dabei gefragt, was derzeit ihr Lieblingsbuch sei und durchweg alle Maedchen antworteten “Twilight”. Ich selbst hatte zu Beginn meines Aufenthalts auch vor dem Buch gestanden, mich jedoch dann fuer die mir schon bekannte Autorin entschieden und damit gegen Twilight. Jetzt jedoch war mein Interesse geweckt und ich bat zwei meiner Schuelerinnen, mir doch die Buecher zu leihen, was sie auch sehr gerne taten…eine von ihnen bezeichnete sich als Twilight-Suechtig und letzte Woche verbrachten wir eine halbe Stunde ueber unsere Zeit hinaus miteinander und diskutierten ueber das Buch. Und selbst Claire (meine Mitbewohnerin) hab ich jetzt total damit angesteckt, da sie auch schon von ihrer Mutter und Freunden gehoert hatte, wie toll die Buecher seien. Fuer lange Winterabende sind sie einfach wie gemacht. Ich moechte nicht zuviel vorweg nehmen, aber wer gerne eine kleine Rezension von mir haben moechte, kann sich gerne melden. J Ich habe (die Tage an denen ich Zeit zum lesen hatte, zusammengrechnet) fuer die ersten zwei Baende mit jeweils 400-500 Seiten etwa acht Tage gebraucht und freue micht heute schon ungemein darauf, mit dem dritten Band zu beginnen. Leider vernachlaessige ich darueber hinaus etwas meine eigenen schriftstellerischen Taetigkeiten und entschuldige mich offiziell noch einmal bei allen, denen ich noch eine Antwort auf ihre E-Mail schuldig bin! J Sie kommt!!! 

Verfasst von: marengoesherts | November 24, 2008

London

Verfasst von: marengoesherts | November 24, 2008

Mein neues Zuhause

Verfasst von: marengoesherts | November 24, 2008

Einen Monat vor Weihnachten…

…fühle ich mich richtig wohl. Noch einmal umzuziehen war definitiv die richtige Entscheidung, auch wenn es heißt, jetzt jeden Morgen um sechs Uhr aufzustehen und erst zwischen vier und fünf am Nachmittag wieder hier zu sein. Das ist es mir wert. Die Tage bis jetzt hier haben mir sher gut gefallen und ich genieße es abends mit Claire vor dem Kamin zu sitzen, fern zu sehen und zu quatschen. :-) Teilweise tut es mir fast leid, Weihnachten und Silvester nach hause zu fliegen, aber als ich heute mit meinen Schülern Weihnachten in England und Deutschland verglichen habe und dabei von meiner Familie und unseren Weihnachtsfesten erzählte, habe ich gemerkt, wie sehr ich mich wieder darauf freue – auch wenn meine Familie verdammt laut und mindestens genauso anstrengend ist, es Weihnachten bei uns NIE ruhig und besinnlich zugeht und ich mir bestimmt wieder die Blasmusik meines Opas anhören darf, nebst seinen Beschwerden, wann er denn endlich Geschenke auspacken darf und dazu noch der Fischgeruch von Muschelsuppe, Scampis und Lachs, der den Keller füllt…ICH LIEBE SIE! Und ich freue mich drauf, sie wieder zu sehen, noch dazu eben zu Weihnachten!

Das INteressanteste für meine Schüler war aber glaub ich, dass wir eben nicht am 25. morgens Bescherung machen, sondern am 24. abends und das es bei uns so etwas wie einen Adventskranz (hier war dann wieder mein zeichnerisches Talent gefragt) oder Nikolaus gibt, das kannten sie nicht. Überhaupt wussten eigentlich die wenigsten etwas über Weihnachten in Deutschland, was mich sehr überraschte. Ich glaube, das wäre das erste, was ich mit meiner Klasse machen würde, wenn die Weihnachtszeit anbricht. Aber um ehrlich zu sein, hab auch ich heute eine Menge dazu gelernt, besonders was Vokabeln angeht. Und langsam vermiss ich meine Weihnachts-CD von zuhause! Die hätte ich echt mal mitbringen sollen!!!

Leider arbeitet meine Kamera immer noch nicht (keine Ahnung was los ist, die Batterien sind aufgeladen und selbst am PC will sie nicht angehen), aber Carina war so lieb mir ihre zu überlassen um das Haus zu fotografieren. Außerdem hat sie mir auch ihre Fotos aus London überlassen. Mein Wochenende war mal wieder sehr anstrengend; am Freitag hab ich mir noch die Ruhe gegönnt, hier etwas aufzuräumen, umzuräumen und mich einzurichten, dann bin ich mit Claire ein paar ihrer Bilder aus einer Galerie abzuholen und bin dann mit ihr zu Sainsbury einkaufen gefahren, um sie dann abends auch mit den Schmorgurken meiner Omi zu verköstigen, welche mir wirklich gut gelungen sind, aber auch nur weil ich meine liebe Omi noch mal am Telefon hatte! :-) Claire haben sie auch gut geschmeckt, wenngleich es für sie etwas ungewöhnlich war, gekochte Gurke zu essen…aber ich musste mich hier ja auch ein wenig ans Essen gewöhnen! :-) Samstag ging es dann nach London, letztendlich für gute 12 Stunden. Erst gingen Anna, Carina, Sabrina und ich ins Museum of Natural History, welches zwar sehr interessant ist, aber ich bin jetzt anscheinend durch das Museum in New York verwöhnt, denn dieses hatte einfach mehr Auswahl, mehr Inhalt und Darbietung. Danach ging es in ein völlig überfülltes Harrod, mittlerweile mit Janina und Daniela noch an unserer Seite. Nach Harrods ging es (in der Zwischenzeit war Nora auch noch dazu gekommen) zum Hardrock Store, welchen ich mir schon damals mit meinem Leistungskurs angeguckt hatte und welcher noch immer lächerlich teuer war und mich nicht wirklich beeindruckte. Ich brauch kein Foto von Madonnas weißem Badeanzug mit Verkehrshütchen als BH zu machen, solang sie nicht drinsteckt…ist einfach meine Meinung und bleibt meine Meinung und sicherlich war Jimi Hendrix eine beeindruckende Persönlichkeit und mag viel für den Rock geleistet haben, aber ich kenne glaub ich keinen seiner Songs und brauch dann auch kein Foto von seiner Gitarre und muss dann erzählen, dass das eben DIE Gitarre von Jimi Hendrix ist, welcher ein Gott des Rock ist usw usf, wenn ich seine Musik nicht höre und nicht kenne, denn das ist lediglich Heuchlerei für mich. Ehrlich gesagt konnte ich da einige der anderen (nicht alle) nur belächeln, die fast so reagierten, als seien das zu verehrende Reliquien. Naja…aber vor einigen Jahren bin ich mit genau der gleichen Einstellung dort hin gegangen und umso enttäuschter herausgekommen…ich weiß gar nicht, was ich damals eigentlich erwartet hatte. Danach sind wir zum Piccadilly Circus gefahren und Richtung Soho gelaufen, dabei durch Chinatown gekommen und haben uns dann Covent Garden etwas genauer angesehen. Leider war es genau an diesem Samstag einfach nur bitterkalt und je näher der Abend rückte, umso kälter wurde es. Wir könnten uns also ein kleines Glas mulled wine (Glühwein) für sage und schreibe 3,50 Pfund (!!!) und eine heiße Waffel mit Sahne. Sabrina, Daniela und Janina hatten sich mittlerweile Richtung nach Hause abgesetzt und nach diesem Tag war mir außerdem klar, dass ich nie wieder mit mehr als drei oder vier Leuten nach London gehen wollte. Es war einfach soo anstrengend und alles hat ewig lange gedauert, weil man ständig auf jemanden warten musste. Gegen halb sieben beschlossen auch Anna und ich, dass wir nach Hause wollten, denn von Covent Garden aus sollte das auch nochmal gut eine bis anderthalb Stunden dauern. Carina schloss sich uns an und Nora traf sich dann noch mit einer Bekannten in London. Carina fuhr dann noch einmal nach Hause, holte ihre Übernachtungssachen und schlief dann über Nacht bei mir, da Claire über das Wochenende mit Freunden nach Canterbury gefahren war. Wir machten uns also noch einen schönen Baned mit Fish and Chips und Sex and the City und fielen dann totmüde ins Bett, nur um am nächsten Tag noch einmal nach Watford zu fahren, wo wir uns erneut mit Nora trafen und zufällig auch Janina. Auf jeden Fall hasse ich es mittlerweile am Wochenende zu fahren, es ist einfach viel zu voll. Lieber nehm ich meinen freien Freitag und genieße es, die Geschäfte fast nur für mich zu haben.

So, jetzt ist aber erst mal wieder genug, jetzt kommen noch die Fotos und ihr wisst wieder Bescheid! Am Donnerstag kommen meine Eltern, da wird es dann mit Schreiben auch etwas eng, also dann wahrscheinlich erst mal bis nächste Woche! :-)

Verfasst von: marengoesherts | November 21, 2008

Lately…

Die wichtigste Nachricht zuerst: Ich bin noch einmal umgezogen und es geht mir super!!! Ich würde auch gerne Fotos vom neuen ZUhause reinstellen, aber leider mag meine Kamera nicht angehen, egal ob neue Batterien oder nicht und auch am Computer angeschlossen, will sie nicht funkionieren! Das hatte sie vor kurzer Zeit schon einmal, hat sich dann aber gelegt, ich hoffe, es wird dieses mal auch wieder so sein. Auf jeden Fall ist es wunderbar warm und freundlich. Mein Zimmer ist zwar im Vergleich zu vorher etwas kleiner, aber dafür darf ich das ganze Haus benutzen, denn ich wohne jetzt bei Claire, einer 35-jährigen Fotografin und Künstlerin und wir kommen super miteinander aus. Es ist schön, endlich jemanden zu haben, mit dem man sich auch wirklich unterhalten kann und der auch mal eben für einen mitkocht! :-) Außerdem lebe ich jetzt in Hemel Hempstead, das doch etwas mehr Leben aufweist als Bedmond und außerdem eine Bahnanbindung nach London hat. Bedmond und Jaki waren nett, aber über die Zeit war es mir doch zu langweilig und einsam. Hier mit Claire hatte ich die letzten drei Abende mehr Spaß, als die ganzen Wochen bei Jaki. Außerdem wohnen hier noch Indy (Katze, genauer Bengal), Jai (Katze, Halb Bengal, halb Siamese) und Humphrey, ein kleines braunes Meerschweinchen. Sobald es geht, reiche ich Fotos nach. Momentan sitze ich mit Claire unten im Wohnzimmer, schaue fern und genieße die Wärme des Kamins. Sie hat sogar an meinem ersten Abend bei ihr gleich Fußball (Deutschland-England) mit mir geguckt…ja, ich weiß England hat gewonnen, ungerechterweise, denn das Siegtor war deutliches Abseits aber auf der anderen Seite haben wir Deutschen das ja auch gerne zugelasse, großzügig wie wir sind, um die Selbstsicherheit der Engländer wieder aufzubauen.

Dann noch kurz zur Christmas-Fair: Es war wunderbar! Tolle, kreative Sachen, viel zu viel Auswahl und eine tolle Sache für Weihnachtsgeschenke. Ich hab schon sehr viele Sachen da bekommen und noch einmal genauso viele, als ich am Sonntag mit Anna und Carina noch einmal nach Watford rein bin. Morgen geht es den ganzen Tag nach London und Sonntag wahrscheinlich erneut nach Watford, vielleicht aber auch nach St Albans oder Hemel etwas genauer erkunden. Im Moment gibts also viel zu tun.

Die Schule macht weiterhin sehr viel Spaß. Ich habe diese Woche meine ersten Beurteilungen schreiben müssen und kann mir so langsam auch erlauben, ab und zu mit den Schülern, dass zu machen, was ich machen will, wie beispielsweise Musik oder mehr Kultur, denn Deutschland limitiert sich leider auf Bayern, wie so oft. Was mir aber bei den Beurteilungen besonders auffiel, war, wie schlimm ich es fand, bei den Schülern etwas negatives anmerken zu müssen und wie sehr ich mir bei einigen wünschen würde, sie würden sich mehr bemühen, um es auch wirklich weiter zu bringen. Als ich meinen so ziemlich schwächsten Schüler in der letzten Stunde noch einmal darauf hinwies, dass er dringend an seinem Vokabular und seinem AUsdruck arbeiten müsste, gab er mir die Antwort: „Ich finde, dass das sehr gut ist!“ Diese Antwort hat mich zugegebener Maßen sehr geschockt, aber eigentlich dürfte mich das aufgrund der Benotung hier nicht wundern. Sein Deutsch ist wirklich schlecht, das sagen selbst die richtigen Lehrer und trotzdem bekommt er in den Prüfungen ein A…wie ist so etwas nur möglich??? Dann gibt es einen Schüler, der die meiste Zeit gar nicht kommt und einen, der es wirklich könnte, würde er sich einfach nur trauen…meine drei Sorgenkinder. Aber ansonsten sind sie wirklich alles sehr angenehm und gut.

Okay, soviel für heute, es gibt mehr, wenn ich meine Kamera zum laufen bekomme! :-)

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