Hallo liebe Leute in der Heimat!
Ja, mich gibt es noch – auch wenn es in den letzten Wochen sehr ruhig um mich geworden ist. Die Zait zu Hause war schön, aber anstrengender als geplant und im Endeeffekt habe ich gerade mal die Hälfte aller Leute gesehen, die ich eigentlich gerne sehen wollte. An die andere Hälfte daher eine herzliche Entschuldigung und ein großes SORRY!!! In weniger als einem Monat bin ich wieder da, dann wirds hoffentlich besser.
Die Zeit in England neigt sich deutlich einem Ende zu und das merkt man auch in der Schule. Derzeit finden die “Mock Exams” statt (Übungsarbeiten sozusagen) und jeder in der Schule ist gestresst – inklusive mir, weil kein Tag vergeht, an dem ich nicht wie blöd mit einem meiner Schüler im Schlepptau durch die Schule renne, um einen freien Raum zu suchen. Ständig muss man leise sein (Oh nein!!!) oder irgendwelche Umwege gehen, weil ganze Räume (unter anderem die Aula oder Bibliothek) aufgrund dieser Mock Exams gesperrt sind. Ende Januar sollte aber erst mal alles vorbei sein, bis dann im März die richtigen Prüfungen beginnen.eine Schüler sind mit ihren mündlichen Prüfungen allerdings erst im Mai dran.
Ich wurde die letzte Woche gebeten, mich auch noch um die GCSE-Schüler zu kümmern, also um die 11. Kässler, was leider heißt, dass ich nicht SO früh zu Hause sein werde, wie ursprünglich gehofft. Aber etwas definitives ist noch nicht raus. Ich habe mic auch bereiterklärt, meinen freien Freitag aufzugeben, um mit den GSCE-Kandidaten zu arbeiten – das sind ja selbstverständlich mehr als in der 12. oder 13. Klasse. Da geht dann zwar mein schöner Shopping-Tag bei rauf – aber es gibt mehr Geld. Der Wechselkurs von Euro und Pfund erholt sich auch langsam, was heißt, dass ich hoffentlich bald wieder etwas Geld von meinem englischen Konto zurück auf mein deutsches überweisen kann, ohne enorme Verluste hinnehmen zu müssen.
Schule macht weiterhin Spaß – es gibt nicht viel zu berichten, nur, dass man mit der Zeit wirklich ein Gespür für Schüler entwickelt, die wirklich arbeiten wollen und andere, die einfach um keine Ausrede verlegen sind. Aber da bin ich ja nicht die einzige und die Tage, an denen ich mit Neil, Frances, Christelle oder Sarah zur oder von der Schule nach Hause fahre, zeigen das ganz deutlich. ^^ Ich hoffe nur, das meine Lehrer früher doch auch etwas netter von mir gesprochen haben – was hier durchaus vorkommt. Eigentlich sogar mehr als die negative Entsprechung. Außerdem werde ich später an meiner Schule einges an Änderungen vorschlagen, wie zB Strafarbeiten – auch wenn das von meiner Zeit abgeht. Hat man in Parmiter’s vier Ermahnungen (oder kleine “Detentions”), gibt es eine “full school detention”, die so aussieht, dass man einen Samstag in der Schule sein muss – was man da dann machen muss, hängt von der Art der Ermahnungen ab. Es gibt aber auch Schulverweise, die in schöner Regelmäßigkeit ausgesprochen werden. In Deutschland würden einem die Etern dafür vermutlich einen Vogel zeigen – wenn sie denn überhaupt reagieren.
Ansonsten hab ich jetzt einen neuen Nachhilfeschüler. Sein Name ist Allan und er braucht einen Deutsch-Crashkurs, da er im Februar auf eine große Geburtstagsfeier in Göttingen eingeladen ist. Allan ist Rentner und hatte früher mal Deutsch in der Schule!
Und so hab ich mittlerweile meinen ersten Einblick in die Erwachsenenbildung erhalten…
Okay, soviel vorerst – ich habe (wie schon weitaus früher angekündigt) noch immer ein paar Bilder, um die ich mich dann im Anschluss gleich mal kümmern werde! Viel Spaß!